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6. Die Schlange

Kennst du mein wahres Gesicht?

 

Inspiration: Medusa

Medusa hat viele Gesichter und entgleitet einer eindeutigen Definition. Bei uns ist sie vor allem bekannt als das Monster mit dem Schlangenkopf aus der griechischen Mythologie, bei deren Anblick alle zu Stein erstarren. Sie und ihre beiden Schwestern, die Gorgonen, waren Töchter der Meeresgötter Keto und Phorkys. Ältere Überlieferungen beschreiben sie als Schlangengöttin der libyschen Amazonen, die weibliches Wissen verkörpert. Ihr von Schlangen umrahmtes Gesicht galt als Schutzsymbol und schmückte selbst den Schild von Athene, der mächtigen Göttin der Weisheit.

 

Eine der Geschichten über Medusa:

Es ist schwierig eine Geschichte über Medusa zu erzählen, ohne die zahlreichen Geschichten von Gewalt gegen Frauen ein weiteres Mal zu wiederholen. Wer sie war, bevor die griechischen Götter in den Olymp einzogen, lässt sich schwer sagen. Vielleicht einfach eine mächtige Göttin der Weisheit, Wächterin über Leben und Tod, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Oder eine Gorgonen-Prinzessin, die als Hesperide die goldenen Äpfel der Hera in deren Garten bewacht. Einiges spricht dafür, dass die uns vor allem bekannten Geschichten von Vergewaltigung und Mord, von dem Monster Medusa, mehr über diejenigen aussagen, die sie erzählt haben, als über die Göttin selbst. Und damit wird sie zu einer Geschichte über das Patriarchat und welche Rollen Frauen in ihm einnehmen können: Was passiert mit einer Frau, die nicht Objekt männlicher Lust sein will? Wie wird eine Frau dargestellt, die große Macht hat und deren Hauptanliegen es nicht ist, schön, verfügbar und harmlos zu sein? Welches Gesicht ist die Maske, mit der sich eine Frau schützen kann – das liebliche Antlitz oder der Schlangenkopf?

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